AKTUELLE FORSCHUNG

Studienergebnisse auf einen Blick

Wir bei DoktorWeigl arbeiten mit Studien, um Ihnen evidenzbasiertes medizinisches Wissen zu vermitteln. Damit Sie noch näher an unserer alltäglichen Arbeit sein können und sehen, mit welchen wissenschaftlichen Texten wir tagtäglich arbeiten, werden Sie hier in Zukunft regelmäßige Studien-Updates finden: Aktuelle Studien v. a. zum Thema Ernährung und Sport.

Die Auswahl folgt den Prinzipien evidenzbasierter Wissensvermittlung. Die Studien werden kritisch eingeordnet, damit Sie den praktischen Nutzen dieser Forschung rasch erfassen können. Durch die konsequente Nähe zur aktuellen Forschung bleiben Sie stets auf dem neuesten Stand der Medizin, ganz gemäß unseres Anspruchs: Medizinisch. Verständlich. Korrekt.

Auf einen Blick

  • randomisierte Crossover-Studie mit 13 trainierten Männern
  • Ketone erhöhen Kohlenhydratspeicherung und senken Blutzucker nach Sport
  • Ketone könnten helfen, die Erholung nach dem Sport zu verbessern

Das hat die Studie untersucht

In dieser Studie wurde untersucht, wie sich die Einnahme von Ketonen nach dem Sport auf den Kohlenhydratstoffwechsel auswirkt. Ketone sind chemische Verbindungen; medizinisch meint man damit meist die von der Leber bei Kohlenhydratmangel gebildeten Ketonkörper (Acetoacetat, Beta-Hydroxybutyrat, Aceton), die als alternativer Energieträger dienen.

Dreizehn gut trainierte Männer führten zwei intensive Laufeinheiten durch, getrennt duSpeichernrch eine vierstündige Erholungsphase. Während dieser Erholung nahmen sie Getränke mit Zucker und Eiweiß zu sich. In einem der beiden Versuche wurde das Getränk zusätzlich mit Ketonen angereichert, im anderen mit einem Placebo.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Einnahme von Ketonen die Speicherung der aufgenommenen Kohlenhydrate erhöhte und den Blutzuckerspiegel senkte. Es gab jedoch keine Verbesserung der sportlichen Leistung in der zweiten Laufeinheit. Einige Teilnehmer berichteten über leichte Magen-Darm-Beschwerden während des zweiten Laufs.

Was bedeutet das für mich?

Die Einnahme von Ketonen könnte Sportlern (und Sportlerinnen) helfen, sich nach intensiven Trainingseinheiten besser zu erholen, indem sie die Kohlenhydratspeicherung verbessern und den Blutzuckerspiegel stabilisieren. Dies könnte insbesondere für Ausdauersportler von Interesse sein, die ihre Erholungsphasen optimieren möchten. Allerdings ist Teilnehmerzahl in dieser Studie klein, sodass die Studienergebnisse nicht ohne Einschränkungen 1:1 übertragen werden können.

Lizzie Clarke et al. (2025): Ketone ester ingestion increases exogenous carbohydrate storage and lowers glycemia during post-exercise recovery: a randomised crossover trial, in: Eur J Nutr 64/6, 253.

Auf einen Blick

  • RCT mit 28 jungen Männern, 12 Wochen Widerstandstraining
  • Kein Unterschied zwischen Phytosteroid- und Placebo-Gruppe
  • Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Versprechen oft nicht haltbar

Das hat die Studie untersucht

In einer 12-wöchigen Studie wurden 28 junge Männer, die regelmäßig Krafttraining betreiben, in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt ein Phytosteroid-Supplement mit 20-Hydroxyecdysone (20E) und Diosgenin (DSG), die andere ein Placebo. Phytosteroide sind pflanzliche Wirkstoffe, die in ihrer Struktur bestimmten Sexualhormonen wie Testosteron (z. B. das pflanzliche 20-Hydroxyecdysone) ähneln und deshalb oft als natürliche Muskel- oder Leistungsbooster beworben werden. Beide Gruppen trainierten dreimal pro Woche. Die Studie untersuchte die Auswirkungen auf Kraft (gemessen als Maximalkraft im Kniebeugen und Bankdrücken), Körperzusammensetzung und Muskelstärke.

Am Ende der Studie zeigten beide Gruppen ähnliche Verbesserungen in Kraft und Muskelmasse, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Eine Analyse des Supplements ergab, dass es viel weniger 20E und DSG enthielt als angegeben. Auch in Zelltests zeigte das Supplement keine biologische Aktivität.

Was bedeutet das für mich?

Die Studie verdeutlicht, dass bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht nur die beworbenen Inhaltsstoffe, sondern auch deren tatsächliche Dosierung entscheidend sind. Fehlen wirksame Mengen oder ist die Qualität fraglich, bleibt der erhoffte Trainingseffekt aus. Wer solche Produkte nutzen möchte, sollte daher auf geprüfte Hersteller setzen und sich vor dem Kauf über unabhängige Analysen und Studien informieren.

Joshua Dissemond et al. (2025) How reliable is the labeling of a commercial phytosteroid product? A 12-week randomized double-blind training study, J Int Soc Sports Nutr., 2540408.

Auf einen Blick

  • Zwei randomisierte, placebokontrollierte Cross-over-Studien mit 56 Teilnehmenden
  • Koffein (2,5 und 6 mg/kg) zeigte keinen Vorteil gegenüber Placebo bei Ausdauerleistung
  • Für den Alltag: Koffein steigert die Leistung wahrscheinlich nicht ohne vorherigen Verzicht

Das hat die Studie untersucht

In dieser Studie wurde untersucht, ob Koffein die Ausdauerleistung und Wahrnehmung während des Radfahrens beeinflusst, wenn keine vorherige Koffeinabstinenz eingehalten wird. Zwei Gruppen von jungen Erwachsenen, die regelmäßig Koffein konsumieren, erhielten entweder 2,5 mg/kg oder 6 mg/kg Koffein oder ein Placebo. Die Teilnehmenden führten dann ein Radfahr-Training bei 65% ihrer maximalen Leistung durch, bis sie erschöpft waren. Die Forscher maßen die Zeit bis zur Erschöpfung und verschiedene Wahrnehmungs- und Motivationsparameter.

Die Ergebnisse zeigten, dass weder die niedrigere noch die höhere Koffeindosis die Ausdauerleistung oder die Wahrnehmung im Vergleich zum Placebo verbesserte. Dies deutet darauf hin, dass die leistungssteigernden Effekte von Koffein, die in früheren Studien beobachtet wurden, möglicherweise auf den Entzugseffekt zurückzuführen sind, der durch eine vorherige Koffeinabstinenz entsteht.

Was bedeutet das für mich?

Für Personen, die regelmäßig Koffein konsumieren, scheint eine zusätzliche Koffeinaufnahme vor dem Sport keine Leistungssteigerung zu bewirken, es sei denn, es wurde vorher auf Koffein verzichtet.

Matthias Weipert et al. (2025): No effects of caffeine on cycling to exhaustion and perceptual responses in non-caffeine-restricted subjects, in: J Int Soc Sports Nutr 22/1, 2534131.

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100 % verständlich.

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Basierend auf aktuellen Studienergebnissen und medizinischen Leitlinien.

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Häufige Fragen

Studien sind essenziell, um mehr über Gesundheit, Krankheit, Ernährung u.v.m. zu erfahren. Trotzdem können Studien manchmal in die Irre führen. Ein Beispiel dafür ist die Website „Zentrum für Gesundheit“. Sie wirkt auf den ersten Blick seriös, alle Beiträge sind mit Studien unterfüttert. Das Problem ist hier, welche Studien verwendet worden sind. Zahlreiche der Studien sind nicht aussagekräftig und methodisch fragwürdig. Besonders dem Laien wird aber Wissenschaftlichkeit und Seriosität suggeriert. Woher soll er oder sie schließlich wissen, ob eine Studie „gut“ oder „schlecht“ ist? Dafür braucht es Fachwissen, das viele Menschen nicht haben können. Selbstverständlich präsentiert das Zentrum für Gesundheit neben den Beiträgen die „Lösung“: Nahrungsergänzungsmittel. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Unseriöse Anbieter belegen die Wirksamkeit ihrer Produkte häufig mit Tierstudien. Tierstudien sind Untersuchungen an Tieren und sollen helfen, grundlegende biologische Mechanismen zu erforschen. Sie können Hinweise und Ansätze für weitere Forschung liefern. Nicht mehr und nicht weniger, denn Fakt ist: Ergebnisse aus Tierstudien können nicht 1:1 auf den Menschen übertragen werden. Ein einfacher Vergleich mit Mäusen, die ja oft in Tierstudien herangezogen werden, zeigt schon, dass das einfach unsinnig ist: Mäuse haben einen anderen Stoffwechsel als wir, ihr Immunsystem funktioniert anders und die verwendeten Dosierungen sind völlig anders als beim Menschen. Wer nur auf Tierstudien gestützt Produkte verkaufen möchte, handelt nicht seriös. Nur klinische Studien mit Menschen können beweisen, ob ein Stoff bei uns wirkt oder nicht.

Der Goldstandard in der Forschung sind sogenannte randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit Verblindung. Sie gelten als Nachweis von Kausalität und belegen die Wirkung einer Behandlung beziehungsweise einer Maßnahme. Die Teilnehmenden werden zufällig in verschiedene Gruppen eingeteilt, eine Behandlungs- und eine Kontrollgruppe. Letztere erhält keine Behandlung (je nach Studie etwa ein Medikament), sondern ein Placebo. Welcher Gruppe die Teilnehmenden zugeteilt werden, erfolgt nach dem Zufallsprinzip (daher randomisiert). Man spricht hierbei von doppelter Verblindung, da weder die Teilnehmenden noch die Forschenden wissen, wer welcher Gruppe angehört. Dieser Prozess soll gewährleisten, dass insbesondere Vorurteile die Ergebnisse nicht verzerren.

Natürlich hat auch hier das spezifische Studiendesign Einfluss auf die Aussagekraft der RCT. Wie viele Teilnehmende hat die Studie? Wie lange ist die Dauer der Intervention? Welche Dosierungen wurden verwendet? Diese und andere Punkte können die Evidenz der Studie beeinflussen und müssen im Kontext beurteilt werden.

Eine Meta-Analyse ist ein statistisches Verfahren, mit dem Ergebnisse unterschiedlicher Studien mit gleicher Fragestellung und ähnlichem Studiendesign gebündelt werden. Die Ergebnisse werden in einer Übersicht zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst. Das hat den Vorteil, dass viele Studien ausgewertet und „kombiniert“ werden, wodurch eine gemeingültige Aussage hinsichtlich einer bestimmten Fragestellung getroffen werden kann.

Allerdings ist die Aussagekraft einer Meta-Analyse nur so gut wie die Studien, die sie einbezieht. Wenn die eingeschlossenen Studien methodische Fehler aufweisen oder unzureichend sind, kann das Gesamtergebnis verzerrt werden. Deswegen ist es wichtig, dass in Meta-Analysen die Heterogenität der Studien berücksichtigt und transparent gemacht wird. Heterogenität beschreibt die Unterschiede zwischen den Studien, auch wenn sie die gleiche Fragestellung bearbeiten. Diese Unterschiede können zum Beispiel in der Dauer der Studien, den Teilnehmergruppen (etwa unterschiedliche Altersgruppen) oder den Messmethoden liegen. Solche Variationen müssen bei der Auswertung beachtet werden, da sie das Gesamtergebnis beeinflussen können.

Eine Studienart, die Ihnen regelmäßig begegnen wird, ist die Beobachtungsstudie. Wie der Name schon sagt, sind sie rein beobachtend. Die Forschenden befragen und überwachen beziehungsweise begleiten die Studienteilnehmenden, ohne eine Form von Therapie (Medikamente oder andere Maßnahmen). Hierfür werden insbesondere Eigenschaften und Verhaltensweisen abgefragt – etwa, ob die Person raucht, sich vegan ernährt oder übergewichtig ist – und gesundheitliche Vorfälle wie einen Herzinfarkt erfasst. Die Forschenden beobachten einfach, was passiert, ohne etwas zu verändern, und schauen sich etwa an, ob Rauchen mit einem höheren Risiko für Lungenkrebs zusammenhängt. Sie erfassen Daten aus dem Alltag und können dadurch feststellen, welche Faktoren mit bestimmten Krankheiten häufiger auftreten. Sie können aber nicht mit Sicherheit sagen, ob der eine Faktor die Krankheit tatsächlich verursacht.

Ein Beispiel: Eine Studie findet eine Korrelation zwischen Depressionen und dem Vitamin-D-Spiegel. In diesem Fall haben Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel eher Depressionen. Allerdings können wir in diesem Fall nicht genau sagen, ob ein niedriger Vitamin-D-Spiegel Depressionen verursacht oder Depressionen dazu führen, dass wir weniger Vitamin D aufnehmen. Wir sehen nur einen möglichen Zusammenhang, eine Korrelation, aber keine Kausalität. Die Ursache-Wirkungs-Kette ist noch nicht geklärt. Beobachtungsstudien können aber einen wichtigen Hinweis für weitere Forschung liefern – gerade, wenn mehrere Beobachtungsstudien zu ähnlichen Ergebnissen kommen.